Wien Energie erneuert Kraftwerk Opponitz und Wehranlage in Göstling um 30 Millionen Euro. Druckstollen Opponitz wird saniert, nicht neu gebaut.

Seit beinahe 90 Jahren versorgt das Wasserkraftwerk Opponitz über 25.000 Haushalte in Wien und im Ybbstal mit Strom. Nun wird das Kraftwerk von Betreiber Wien Energie modernisiert. Die Wehranlage Göstling sei in die Jahre gekommen und entspreche nicht mehr dem neuesten Stand der Technik, heißt es von Seiten des Betreibers.

Aus diesem Grund werden das 1924 eröffnete Kraftwerk Opponitz und die vorgelagerte Wehranlage in Göstling um insgesamt 30 Millionen Euro erneuert. Die Wehranlage in Göstling wird neu errichtet und mit einer Fischaufstiegshilfe versehen und der Druckstollen in Opponitz saniert. Kürzlich erfolgte in Opponitz der Startschuss. „Wir arbeiten derzeit am ersten Wehrfeld und können dadurch das Kraftwerk in Opponitz vorerst weiter in Betrieb halten. Im Dezember wird gewechselt, dann wird das zweite Wehrfeld erneuert. Bis spätestens im dritten Quartal 2014 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein“, erläuterte Projektleiterin Martina Tandlinger von der Wien Energie bei einer kürzlich von der SPÖ Göstling initiierten Informationsveranstaltung. Sobald die Arbeiten in Göstling abgeschlossen sind, soll der Druckstollen in Opponitz in Angriff genommen werden. Ursprünglich war hier ein teilweiser Neubau angedacht. Die geologischen Untersuchungen hätten jedoch ergeben, dass eine Erneuerung und Sanierung des Stollens die ökologisch und ökonomisch bessere Variante sei, so Unternehmenssprecher Boris Kaspar. Am geplanten Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro ändere sich nichts.

„Göstling-Opponitz ist ein Standort mit großer Bedeutung für die Wien Energie. Nicht nur, weil es eines der ersten Versorgungskraftwerke der Stadt Wien war, sondern auch, weil wir in Zukunft weiter auf saubere Energie setzen“, betonte Wien-Energie-Geschäftsführerin Susanna Zapreva. Derzeit sind in der Anlage Göstling-Opponitz 23 Mitarbeiter beschäftigt. Mit der Generalsanierung der Kraftwerksanlage sollen mehrere ökologische Verbesserungen erzielt werden. Durch einemoderne Fischaufstiegshilfe bei der Wehranlage soll die Restwassermenge in der Ybbs um ein Zehnfaches erhöht werden, was wiederum der Ökologie und der Fischerei zugute kommt. Weiters wird der Hochwasserschutz optimiert.

DAS KRAFTWERK

Am 17. Jänner 1922 erfolgte der Spatenstich für das Kraftwerk Opponitz. Nur drei Jahre später, am 27. Dezember 1924, begann die Stromerzeugung und die Lieferung an die Wiener E-Werke. In dieser kurzen Bauzeit wurden sowohl das Kraftwerk als auch die Wehranlage und die 110-kV-Freileitung Oppnitz-Gresten-Wien errichtet. Das Kraftwerk Opponitz nützt die 116 Meter Gefälle des Mittellaufes der Ybbs zwischen Göstling und Opponitz. Zwischen den Orten zieht der Fluss eine Doppelschleife von rund 34 Kilometern. Ein Großteil des Wassers wird von der Wehranlage in Göstling in einem 11,3 Kilometer langen Stollen zum Kraftwerk Opponitz geführt. Derzeit bleiben 0,25 Kubikmeter pro Sekunde Restwasser im Ybbsfluss. Künftig – nach dem Neubau der Wehranlage – wird diese Restwassermenge rund zehn Mal so hoch sein.

Von: NÖN/E. Eplinger und A. Kössl