Durchstich beim neuen Nebenarm der Ybbs bringt Lebensraum für Flora und Fauna und auch Hochwasserschutz

„Das Wasser ist ein Segen, es kann aber auch ein Fluch sein, wie uns die Hochwasserkatastrophe vor zehn Jahren gezeigt hat“, sagte Landesrat Stephan Pernkopf bei der Eröffnung des neu geschaffenen Nebenarms der Ybbs in Hausmening. „Umso wichtiger ist das Life-Projekt Mostviertel-Wachau, denn wir machen damit Sünden der Vergangenheit wieder gut, die durch Flussregulierung begangen wurden.“

Am Donnerstag erfolgte der Durchstich. Ein Bagger räumte den letzten Erdwall fort, sodass das Ybbswasser in den neuen, rund 400 Meter langen Nebenarm strömen konnte, begleitet vom Applaus zahlreicher Politiker, Projektverantwortlicher und Schaulustiger. Künftige Fluten werden neuen Nebenarm natürlich verändern, aber das ist auch gewollt. Bei Hochwasser soll er Fischen als Rückzugsraum dienen, und an den eigens angelegten Steilufern können der Eisvogel und die Uferschwalbe nisten. In der Ybbs selbst wurden mehrere „Chevrons“ (Insel aus Steinen, Schotter und Totholz) angelegt. Sie brechen die Strömung und sorgen dafür, dass sich der Fluss eingräbt.

Bürgermeisterin Ursula Puchebner hält den eingeschlagenen Weg, der Ybbs Raum zurückzugeben, für absolut richtig und sie schaut da bereits in die Zukunft. „Ein großes Projekt mitten in der Stadt Amstetten liegt ja noch vor uns. Auch dort soll ein neuer Ybbsarm geschaffen werden. Auf dessen Eröffnung freue ich mich jetzt schon.“ Die Arbeiten sollen im Herbst beginnen.

30.000 Kubikmeter Erde mussten bewegt werden, um den neuen Ybbsarm in Hausmening zu schaffen. Die Kosten in Höhe von rund 900.000 Euro teilten sich EU (50 %), Land und Stadt. Und auch der Fischereiverband beteiligte sich an der Finanzierung.

Von: NÖN/Hermann Knapp